Häufig wird man gefragt, wie hoch der Aufwand zur Erstellung eines Softwarepaketes ist. Diese Aufgabe kurz und knapp zu beantworten fällt zumeist schwer. Warum? Die Erstellung eines Softwarepaketes besteht aus der Erstellung und den dazugehörigen Tests.
Zuerst muss man die Aufgabe für das Softwarepaket mit dem Auftraggeber bestimmen, denn diese bestimmen somit auch die notwendigen Tests.
Um es etwas einfacher zu sagen: „Was soll das Softwarepaket machen?“
- Sollen alte vorhandene Software-Installationen des gleichen Produktes entfernt werden?
- Sollen Einstellungen der Software übernommen werden?
- Soll eine gerade laufende Instanz der Software abgefragt werden?
- Stellt der Hersteller eine „silent“ Installation zur Verfügung?
- Sollen nach der Installation auch Einstellungen vorgenommen werden?
- Sollen die Einstellungen auch für alle Benutzer des Computers vorgenommen werden?
- Soll das Softwarepaket die Software auch wieder deinstallieren?
- Sollen auch Dinge gelöscht werden, die nach der Installation der Software hinzugekommen sind?
- Dokumentation
- …
Ich denke, sie verstehen nun, dass die Frage nicht so leicht beantwortet werden kann, auch wenn man gesagt bekommt…
- „Die Software hat nur 5 MB.“
- „Sie müssen immer nur weiter drücken.“
Welche Einflüsse kann man „steuern“?
Ist die Umgebung sehr homogen, fallen weniger Tests an bzgl. möglicher vorhandener Altversionen.
Ist die Software für den Unternehmenseinsatz gedacht/geplant?
Überlegen Sie, ob sie die Software tatsächlich wieder deinstallieren (würden)?
Wie sieht es aus mit Internet Explorer, .NET Framework, AntiVirus.
Gerade im Fall AntiVirus – hier installiert man häufig immer wieder die aktuelle Version der gleichen Software.
Diese kann sich selbst meist wunderbar aktualisieren. Sollte der Tag kommen, an dem sie ihr vorhandenes Produkt austauschen, können sie sich immer noch viele Gedanken zur Entfernung des Vorgängerproduktes machen und dann auch in ein Softwarepaket „gießen“.
Auch wenn ich selbst „perfektionistisch“ veranlagt bin 😉 so sollte jeder Nutzer einer Softwareverteilung seinen Grad an „Perfektion“ (Das Softwarepaket ist fertig.) selbst bestimmen. Bevor sie ein Produkt nicht nutzen, nur weil ihnen jemand sagt bzw. gesagt hat, dass ein Softwarepaket alle oben genannten Merkmale besitzen muss, muss das für sie lange noch nicht zutreffen. Dann erstellen sie lieber ein Softwarepaket, das sich nicht deinstallieren lässt, oder nicht alle Einstellungen beinhaltet – dies hilft ihnen bereits Zeit zu sparen und Installationen zu vereinheitlichen.
80/20 Regel!
Wie auch an anderen Stellen trifft hier die 80/20 Regelung sehr häufig zu.
Sie erzielen 80% der Fertigstellung mit 20% Aufwand an Zeit und Geld. Die restlichen 20% kosten sie ggf. 80% Aufwand!
Erfahrung
Die Erfahrung bei der Erstellung von Softwarepaketen bzw. der Automatisierung von Softwareinstallationen ist bei all den genannten Punkten nicht zu vernachlässigen. Diese Erfahrung kann man jedoch nur „gewinnen“, wenn man es auch mal selbst „erfährt“ ;).
So werden sie bei den ersten Softwarepaketen mehr Zeit benötigen als jemand, der das schon viele Jahre macht. Es ist also „noch kein Meister vom Himmel gefallen“ und auf der anderen Seite „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ ;).
Also, lassen sie sich nicht entmutigen, sondern versuchen sie es!
Vielleicht helfen ihnen auch Tipps und Anleitungen (Tutorials), die hier noch veröffentlicht werden,
oder sie nutzen eine Schulung ggf. auch ganz individuell auf sie zugeschnitten!